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| Archiv |
| 02/11/2009 - |
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| Prof. Günter Schamel, Freie Universität Bozen |
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Der internationale Weinmarkt konzentriert sich d.h. immer mehr Wein wird von immer größeren multinationalen Konzernen produziert und vertrieben. Diese Konzerne sind Aktiengesellschaften und haben dadurch oft eine verbessere Kapitalausstattung und sind dadurch bestens positioniert weiter zu expandieren. Der Hauptgrund für die Konsolidierung sind steigende Skalenerträge in der Produktion und Distribution. Dadurch zwingen die Riesen der Branche viele mittlere und kleinere Produzenten sich immer mehr zu spezialisieren und zu differenzieren und sich den ständig ändernden Marktbedingungen anzupassen. Ein ähnlicher Prozess der Konzentration geschieht im Einzelhandel, d.h. im Markt für den Endkunden.
Im Ergebnis führen diese beiden Prozesse zu einer starken Segmentierung – im Extremfall zu Massen- und Spezialweinen.
Im Laufe dieser Prozesse stellt sich daher die Frage welche Möglichkeiten der Spezialisierung und Differenzierung für Südtiroler Weinwirtschaft auf den Weinmärkten bestehen. Damit sich Südtirol als kleines Weinland am besten positioniert, müssen dazu im Idealfall geeignete Strategien für die wichtigen Schlüsselmärkte entwickelt werden.
Im Grundsatz besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten der Differenzierung im Weinmarkt, z.B.: Geographie (Land, Region, Lage), Marketing (Produzent, Marke, Vertriebskanal), Stil (trocken), Ausbau (z.B. Eichenfass), Weinsorten (Lagrein, Sauvignon, Gewürztramier, Pinot Grigio) Jahrgang, Alter (d.h. durch Lagerung), Zielmarkt (D, USA, CH, AT, GB), Qualität (Prämierungen, Bewertungen), Preispunkt, Markttrend.
Zur Findung der geeigneten Strategie bedarf es einer gründlichen Marktbeobachtung und Analyse. Dazu werden aktuelle Kennzahlen und Trends auf wichtigen Schlüsselmärkten vorgestellt. Die vorgestellten Daten dienen einer Standortbestimmung und zeigen dass sich die Südtiroler Weinwirtschaft in einer guten Ausgangsposition befindet um sich den neuen Herausforderungen der internationalen Weinmärkte zu stellen.
Die wichtige IWSR Marktstudie sagt voraus dass der weltweite Weinkonsum in den Jahren bis 2012 um 6% weiter steigen wird. Die Marktentwicklung in wichtigen Schlüsselmärkten ist aus Südtiroler Sicht fast durchweg positiv. In Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA steigt der Pro-Kopf Konsum von Wein seit Jahren kontinuierlich an. Nur in der Schweiz geht der Pro-Kopf Verbrauch zurück, wenngleich von einem relativ hohen Niveau.
Seit 2007 ist Italien das Land mit dem höchsten Weinkonsum (299 Mill. 9-Liter Kisten) wo auch der pro-Kopf Verbrauch langfristig wieder ansteigt. In Deutschland geben die Verbraucher nun auch stetig mehr pro Flasche Wein aus. In den USA sind die Ausgaben pro Flasche im Jahr 2008 zwar rückläufig, jedoch zeigen sich deutliche Zuwächse für Rotweine mit intensiver Frucht und weichen Tanninen, Charakteristika die ein Südtiroler Lagrein durchaus zu bieten hat. Neue aufstrebende Schlüsselmärkte sind Russland und China, welche laut IWSR Studie mehr als die Hälfte des weltweiten Wachstumspotentials ausmachen. Ein längerfristig interessanter Exportmarkt wird Australien wo der pro-Kopf Konsum noch immer rasant ansteigt und die Verbraucher immer mehr Importwein nachfragen. Neuseeländischer Sauvignon hat dort ein Wachstumspotential von mehr als 50% zu verzeichnen, aber auch Südtirol produziert einen herausragenden Wein dieser Sorte. Es soll auch nicht unerwähnt bleiben dass es in Australien mittlerweile 16 Produzenten gibt die Lagrein anbauen. |
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| Strähnchen |
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